Verhaltenstherapeutische und Tiefenpsychologische Wirkung der Drama- und Theatertherapie

 
Die Drama- und Theatertherapie ist eine künstlerische Therapie (wie z. B. Musik-, Kunst- und Tanztherapie), die die verwandelnde Kraft des Theaters zu psychotherapeutischen Zwecken einsetzt. In ihrer Methodik u.a. alltägliche Rollenmuster zu erweitern, schädliche Verhaltensweisen loszulassen, Interventionsmaßnahmen für gestörte Funktionsmuster (sogen. Syndrome) zu finden und in persönlichkeitsstärkende Strukturen umzuwandeln, wirkt sie verhaltenstherapeutisch und tiefenpsychologisch zugleich. Darüber hinaus orientiert diese künstlerische Verhaltenstherapie sich an der Salutogenese, an den kognitiven Bewältigungsstrategien zur Abwendung von Gesundheitsrisiken, also an den eigenen Möglichkeiten und Selbstheilungskräften.


Die Drama- und Theatertherapie wird in allen psychosozialen Feldern angewandt, für Einzel-, Paar- und Gruppentherapie.

Vor allem der spielerische, handlungs- und körperorientierte Ansatz und die Betonung des Erlebens und des Ausdrucks erschließen neue Perspektiven und Handlungsmöglichkeiten. Zugang zu den eigenen Gefühlen und der ,inneren Stimme‘ wird  über non-verbale Interaktionen erleichtert. Dank der imaginativen und achtsamen Methoden bietet diese Therapieform einen hohen Grad an Schutz und Stabilisierung.

Die Drama- und Theatertherapie konzentriert sich primär auf die Ressourcen und gesunden Anteile der Persönlichkeit und stärkt diese.

Neben dem Erschliessen der eigenen Rollen-Vielfalt in der persönlichen Biographie und dem eigenen Alltag, kann auch über fiktive Geschichten (Märchen, Mythen, literarische Texte usw.) ein Perspektivenwechsel den Blick auf neue Lösungen öffnen.

Die Prinzipien der zeitgenössischen Dramatherapie wurden ab den 1960er Jahren vor allem in England, den USA und den Niederlanden entwickelt und erprobt. Wichtige Pioniere waren dabei u. a. Renee Emunah (USA), Alida Gersie (GB), Sue Jennings (GB), Mooli Lahad (USA/Israel) und Robert Landy (USA). In diesen Ländern hat sich der Begriff "Dramatherapy/Dramatherapie" etabliert, in Deutschland wird vom Berufsverband der deutschen Theatertherapeuten, der Deutschen Gesellschaft für Theatertherapie (DGfT) eher die Bezeichnung "Theatertherapie" verwendet, da die Theatertherapie zu den Künstlerischen Therapieformen zählt, wie Tanz-, Musik- und Kunst- therapie und hier das künstlerische Medium das THEATER ist.
Während die DRAMAtherapie in England, Amerika und den Niederlanden seit vielen Jahren eine anerkannte und in das staatliche Gesundheitswesen aufgenommene Therapieform ist, ist Theatertherapie in Deutschland noch recht wenig bekannt, gewinnt jedoch aktuell immer mehr an Bekanntheit und Implementierung.

Die Theatertherapie ist in Deutschland in der Klassifikation therapeutischer Leistungen (KTL) in der medizinischen Rehabilitation aufgelistet unter

F Klinische Psychologie, Neuropsychologie
F15 Künstlerische Therapien einzeln
F154 Theatertherapie einzeln
sowie
F16 Künstlerische Therapien in der Gruppe
F164 Theatertherapie in der Gruppe

Genutzte Quelle.:  www.theatertherapie.org
website von dem Institut für Theatertherapie, 
dem Ausbildungsinstitut der DGfT, der Deutschen Gesellschaft
für Theatertherapie, deren Mitglied ich bin.
http://www.theatertherapie.org/shapeimage_2_link_0